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MOOC-Rezensionen: Online-Linguistikkurse (Coursera und VLC Marburg)

In diesem Beitrag werde ich einige Online-Linguistik-MOOCs (alle auf Englisch) rezensieren, den Kurs „Miracles of Human Language: An Introduction to Linguistics“ von Prof. Marc van Oostendorp von der Universität Leiden auf Coursera und die beiden Kurse „Linguistics 101: Fundamentals“ und „Linguistics 102: Speech Science“ von Prof. Jürgen Handke auf der Plattform Virtual Linguistics Campus der Universität Marburg.

Miracles of Human Language: An Introduction to Linguistics – Coursera

Zusammenfassung

Der Kurs bat genau das, was der Titel versprach, nämlich eine Einführung in die Linguistik. Das Niveau war etwas elementar, auf Gymnasialniveau oder dem ersten Universitätsstudienjahr entsprechend, und keines der Themen wurde tiefgehender behandelt. Die zwei im Rahmen der Übungen zu erstellenden Videoprojekte machten jedoch Spaß, und Prof. van Oostendorps Enthusiasmus war so ansteckend, dass ich mich gleich danach für etwas tiefgehendere Linguistikkurse angemeldet habe (siehe unten).

Kursformat

Der Kurs wird in Form einer Mischung aus Vorlesungsvideos von Prof. van Oostendorp, Videos mit Dialogen mit seinen Assistentinnen und Assistenten und Interviews mit verschiedenen Linguistikexpertinnen und -experten präsentiert. Die Prüfung erfolgt in Form von Tests mit Mehrfachauswahl. Außerdem sind zwei Videoprojekte zu filmen, die richtig Spaß gemacht haben. Es gab auch aktive Diskussionen in den Foren auf der Coursera-Plattform. Insgesamt dauert der Kurs 6 Wochen mit einem von Coursera geschätzten Aufwand von 4 bis 6 Stunden pro Woche, was auch ungefähr den Tatsachen entspricht, wenn man die beiden Videoprojekte mitrechnet.

Bewertung          ✍ ✍ ✍ ✍ ✍ 

Insgesamt war der Kursinhalt etwas zu elementar für professionelle Sprachmittler ohne formale Linguistikausbildung. Mir persönlich haben die Videoprojekte gut gefallen, und wie schon oben erwähnt, wirkte der Enthusiasmus des Vortragenden ansteckend. Deshalb würde ich diesen Kurs Einsteigern in die Sprachenbranche empfehlen, für fortgeschrittenere Sprachmittler, auch ohne formale Linguistikausbildung, ist der Inhalt wohl etwas zu einfach.

Linguistics 101: Fundamentals, Linguistics 102: Speech Science – VLC

Zusammenfassung

Die zwei Kurse wurden gleichzeitig abgehalten, deshalb habe ich mich für beide angemeldet. Der Inhalt der beiden Kurse überschneidet sich notgedrungen, da die „Fundamentals“ natürlich auch die Sprachwissenschaft umfasst. Der Inhalt der Kurse ist so fortgeschritten, wie man es auf (beginnendem) Universitätsniveau erwarten würde. Die Videos sind ausgezeichnet und die Tests, die nicht immer Mehrfachauswahl-Tests sind, sind nicht so einfach wie die meisten MOOC-Tests, die ich absolviert habe. Insgesamt habe ich viel gelernt und kann die Kurse auf dem VLC sehr empfehlen, insbesondere Sprachmittlern, die wie ich schon einige Jahre im Geschäft sind, jedoch keine formale Linguistikausbildung genossen haben.

Kursformat

Die Kurse werden auf der VLC-Plattform (Virtual Linguistics Campus) der Universität Marburg gehostet. Beide Kurse sind für 2 Monate anberaumt, mit ca. 2 Modulen pro Woche, obwohl die Geschwindigkeit von den Studenten individuell gewählt werden kann. Insgesamt enthalten die Kurse jeweils um die 15 Module. Zu jedem Modul gibt es ein „Arbeitsblatt“ (Worksheet) mit einem Test, das vor Kursende auszuarbeiten ist. Der Inhalt wird über Videovorlesungen, die auf YouTube gehostet werden, und PDF-Folien bereitgestellt. Insgesamt beträgt der Arbeitsaufwand ca. 10 Stunden pro Woche für einen Kurs, um den Inhalt richtig auszuarbeiten.

Mein Hauptkritikpunkt ist das Front-End des Kurses, da man immer durch mindestens drei Pop-up-Fenster navigieren muss, bis man zum Kursinhalt gelangt. Dies ist im Vergleich zu den Front-Ends von Coursera und edX sehr mühsam. Viele Studenten hatten technische Schwierigkeiten, und ich selbst musste mehrere Browser und Einstellungen ausprobieren, um die Vorlesungen ohne Abstürzen des Browsers ansehen zu können. Ein weiterer Kritikpunkt am Rande ist das Diskussionsforum auf Facebook. Facebook ist meiner Ansicht nach nicht die geeignete Plattform für ein solches akademisches Diskussionsforum, schon aufgrund der Längen- und Linkeinschränkungen.

Bewertung          ✍ ✍ ✍ ✍ ✍ 

Insgesamt würde ich diese vom Inhalt und Schwierigkeitsgrad her ausgezeichneten Kurse stark empfehlen, auch die etwas fortgeschritteneren. Der Inhalt ist ausgezeichnet aufbereitet, Prof. Handkes Vorlesungsstil ist ebenfalls ausgezeichnet und die Arbeitsblätter sind anders als die meisten MOOC-Tests angemessen schwierig. Der einzige Grund, warum ich die Kurse nur mit 4 von 5 Punkten bewerte, ist die unnötig komplizierte Navigation durch die Schnittstelle mit zu vielen Pop-up-Fenstern.

Die beiden obengenannten Linguistikkurse und ein paar fortgeschrittenere Kurse sind nun auf der VLC-Plattform zum Selbststudium in individuellem Tempo frei zugänglich.

Neuigkeiten von ATAs Science and Technology Division

Ab November wird Lebzy Gonzalez die Rolle der Administratorin von ATAs Science and Technology Division übernehmen, und ich werde ihr als Assistant Administrator zur Seite stehen. Wir werden das ausgezeichnete Administratorinnen-Paar Karen Tkaczyk und Alicja Yarborough ablösen. Um mich den SciTech-Mitgliedern vorzustellen, die mich noch nicht auf einer der ATA-Konferenzen kennengelernt haben, hat nun Blog-Editorin Amy Lesiewicz hier ein kurzes Interview mit mir veröffentlicht.

Bitcoin Teil 4 – Wallets, Senden und Empfangen von Bitcoins, Faucets, Börsen

Dies ist Teil 4 meiner Blog-Reihe über Bitcoin. Teil 1 enthielt eine Einführung in die Bitcoin-Materie, in Teil 2 wurde die mysteriöse Bitcoin-Schürf-Operation erläutert und Teil 3 befasste sich mit dem öffentlichen Kassenbuch, der Blockchain (früher auch Blockkette). Für diejenigen, für die das Ganze etwas zu theoretisch bzw. technisch war: In diesem Beitrag geht’s an die Praxis.

Rechtlicher Hinweis: Die rechtliche Situation in Bezug auf Kryptogeld ändert sich ständig, und in manchen Ländern ist sogar der Besitz von Bitcoins und anderen Kryptowährungen illegal. Deshalb stellt keine Aussage auf dieser Website und in diesem Blog-Beitrag eine rechtliche oder finanzielle Beratung dar. Sie sind selbst dafür verantwortlich, die geltenden Gesetze zu kennen und zu befolgen.

Bitcoin-Brieftaschen

Um Bitcoins erhalten zu können, brauchen Sie zuerst eine virtuelle Brieftasche, Wallet genannt. Eine Bitcoin-Wallet hat die gleiche Funktion wie ihr physisches Gegenstück, sie dient zur Aufbewahrung von Geld, das Sie danach ausgeben können. Eigentlich werden in einer Wallet keine Bitcoins gespeichert, sondern Belege von Transaktionen, wie schon in Teil 3 erklärt. Für alle praktischen Anwendungen funktioniert eine virtuelle Bitcoin-Geldbörse genau wie eine physische. Und genau wie bei einer physischen Geldbörse mit Geldscheinen verlieren Sie Ihr Geld, wenn die Brieftasche gestohlen wird oder Sie sie verlieren. Deshalb empfehle ich dringend, Ihre Wallet mit einem Passwort zu verschlüsseln und ein Backup zu machen.

Sie können sich eine Wallet von der Quelle, von Bitcoin.org herunterladen. Wenn Sie den Bitcoin Core herunterladen, erhalten Sie einen vollständigen Bitcoin-Client, der Ihren Computer zu einem aktiven Knoten des Bitcoin-Netzwerks macht und den Sie auch zum Mining verwenden können. Der Nachteil hierbei ist, dass Sie die gesamte Blockchain auf Ihren Computer herunterladen müssen. Die Blockchain hat derzeit eine Größe von 40 GB und wächst ständig. Der Download und Updates können deshalb eine Weile dauern.

Es gibt alle möglichen alternativen, schlanken Wallets, mobile Wallets, Online-Wallets und sogar Papier-Wallets. Online-Wallets sollten jedoch mit Vorsicht verwendet werden, da diese wie alle anderen finanziellen Institutionen immer die Ziele von Hackern sind. Anders als bei herkömmlichen Finanzinstitutionen ist das gestohlene Geld jedoch meist unwiederbringlich verloren, da Bitcoin-Transaktionen nicht rückgängig gemacht werden können und auch nicht nachverfolgbar sind (siehe Teil 3 dieser Blog-Reihe). Eine gute Liste mit möglichen Wallet-Optionen finden Sie hier (auf Englisch).

Wenn Sie sich für den vollen Client entscheiden, sollten Sie Bitcoin.org regelmäßig auf Updates prüfen. Manchmal verzweigt sich nämlich die Blockchain, d. h., es gibt keinen Konsens zwischen den Knoten, welcher Block nun gültig ist, wenn zwei Blocks gleichzeitig geschürft werden (siehe Teil 2 dieser Blog-Reihe). Dies geschieht zwar selten, aber wenn Sie nach einer solchen Verzweigung weiterhin einen alten Client verwenden, kann es sein, dass Sie sich nach einem Abgleich der Blockchain im falschen, ungültigen Zweig befinden, und dass daher auch alle Transaktionen, die Sie nach der Verzweigung getätigt haben, ungültig sind. Eine solche seltene Verzweigung gab es zum Beispiel vor nur zwei Tagen.

Unten ist meine Bitcoin Core-Wallet auf meinem Mac abgebildet. Die Versionen für andere Betriebssysteme sehen ziemlich ähnlich aus. Aus offensichtlichen Gründen habe ich die Bilanzen und Transaktionen abgedeckt. In der rechten unteren Ecke können Sie den Status des Clients sehen. Mein Client ist gesperrt und verschlüsselt, und die Blockchain ist auf dem aktuellen Stand.

Bitcoin Core Wallet

Bitcoin Core-Wallet

Wie schon oben erwähnt, sollten Sie als erstes Ihre Wallet verschlüsseln. In der Mac-Version können Sie dies durch Klicken auf Einstellungen > Brieftasche verschlüsseln. Sie werden dann jedes Mal, wenn Sie eine Transaktion tätigen, nach Ihrem Passwort gefragt.

Transaktionen

Um Transaktionen zu tätigen, und insbesondere, um Bitcoins zu empfangen, benötigen Sie eine Empfangsadresse. Dies können Sie über das Menü erreichen, beim Mac-Client über die Option Datei > Empfangsadressen, wie unten gezeigt (englische Version). Nach dem Anklicken von „Neu“ werden Sie zur Eingabe einer Bezeichnung für die Adresse aufgefordert. Diese dient nur zur Unterscheidung der Transaktionen und wird nicht ins Netz übermittelt. Der Client erstellt dann eine Adresse automatisch, wenn Sie „OK“ klicken.

Receiving addresses

Empfangsadressen

Sie können ebenfalls ein Adressbuch mit Bitcoin-Adressen anlegen, an die Sie Bitcoins senden wollen, wie unten abgebildet. Bitte beachten Sie, dass es Ihre Aufgabe ist, diese Adressen auf ihre Gültigkeit zu überprüfen. Das Bitcoin-Netzwerk erledigt dies nicht für Sie!

Send to addresses

Adressbuch

Das Senden und Empfangen von Bitcoins ist nun über die zwei Registerkarten „Senden“ und „Empfangen“ ganz einfach, wie unten abgebildet. Wenn Sie Bitcoins senden, können Sie die Transaktionsgebühr anpassen. Ich würde hier jedoch die Standardeinstellung nehmen, wenn Sie keine Expertin/kein Experte sind, da diese Einstellung die Priorität der Transaktionsbestätigungen beim Schürfen beeinflusst.

Bitcoin Core-Registerkarte „Senden“

Bitcoin Core-Registerkarte „Senden“

Bitcoin Core-Registerkarte „Empfangen“

Bitcoin Core-Registerkarte „Empfangen“

Die restlichen Funktionen des Bitcoin Core-Clients sind einigermaßen selbsterklärend. Das Menü „Hilfe“ enthält auch ein Debug-Fenster und Befehlszeilenoptionen für Experten. Diese gehen jedoch über diese Einführung hinaus.

Nun haben Sie eine Bitcoin-Brieftasche und Empfangsadressen. Wie bekommen Sie jetzt Bitcoins?

Bitcoin-Börsen

Eine Option ist der Austausch von herkömmlichem Geld in Bitcoins an einer Online-Tauschbörse. Hier sollten Sie jedoch vorsichtig vorgehen, da nicht alle Börsen legal operieren und das dort angelegte Kapital von den Behörden eingefroren werden kann. Abhängig von Ihrem Standort kann auch die Verwendung einer solchen Börse zum Tausch von Geld illegal sein. Außerdem sind diese Börsen oft die Ziele von Hackern und das Geld vieler Leute wurde in der Vergangenheit gestohlen.

Darüber hinaus fluktuiert der Bitcoin-Wechselkurs aufgrund von Spekulationen stark. Die folgende Abbildung zeigt den Wechselkurs zu US-Dollar im Laufe der Zeit. Der Wechselkurs zum Euro verhält sich ähnlich. Manche der Einbrüche im Wechselkurs erfolgten aufgrund von Diebstählen großer Mengen BTC von Börsen. Die starken Schwankungen des Wechselkurses und der gesamte wirtschaftliche BTC-Mikrokosmos wären Gegenstand vieler interessanter Wirtschaftsstudien, aber damit kommen wir vom Thema ab.

Wechselkurs BTC-USD

Wechselkurs BTC-USD

Am sichersten erhalten Sie eine kleine Menge BTC zum Herumspielen über sogenannte Faucets, auf Deutsch Wasserhähne (siehe unten). Alternativ eine sichere Crypto-Börse ist Coinbase, jedoch mit dem Nachteil relativ hoher Spesen. Andererseits gibt es bei Coinbase das Coinbase-Earn-Programm, wo Sie tatsächlich zwischen 50 und 150 USD bekommen können. Für Einwohner der USA gibt es auch noch Robinhood, wo Sie spesenfrei mit Aktien und Cryptowährungen handeln können. Bei Robinhood ist es jedoch derzeit nicht möglich, Cryptowährungen an Robinhood-externe Konten zu überweisen. (Ja, ich bekomme hier eine Vermittlungsprovision.)

Faucets

Faucets sind Websites, auf denen großzügige (oder auch nicht so großzügige) Personen BTC weitergeben, wobei Sie meist als Gegenleistung einige Werbeeinschaltungen ansehen müssen. Meist müssen Sie auch Captchas lösen, um zu beweisen, dass Sie kein automatischer Bot sind. Außerdem laden diese Sites häufig Pop-up-Fenster mit manchmal fragwürdigen Inhalten, aber so rentieren sich diese Sites. (Ich empfehle eine gute Virenschutzsoftware!) Üblicherweise erhalten Sie auf diesen Faucet-Seiten nie mehr als ein paar Satoshis. Ein Satoshi ist 0,00000001 BTC, oder ein hundert Millionstel BTC, die kleinste Einheit, die der Algorithmus derzeit verarbeiten kann. Da die Mindestmenge einer BTC-Transaktion derzeit 5430 Satoshis beträgt (0,00005430 BTC), zahlen Faucets normalerweise an eine dritte Site aus, wo sich die Mikrozahlungen dann ansammeln, bis Ihre Faucet-Einzahlungen über der Mindesttransaktionsgrenze liegen. Wenn Sie diese Grenze erreicht haben, zahlen diese Mikrozahlungssites dann an Ihre Bitcoin-Adresse aus.

Im Folgenden finden Sie eine Liste mit mehr oder weniger vertrauenswürdigen Faucets (OK, nur 1 …):

Ja, hier gibt es Provisionen, denn diese Faucets erinnern ein bisschen an Schneeballsysteme … Ich habe jedoch auf diese Weise erfolgreich ein paar Satoshis angesammelt, und wenn Sie nur mit BTC herumspielen wollen, ist dies eine gute Möglichkeit, zu BTC zu kommen, ohne viel Geld in Mining-Computer zu investieren oder Ihr Geld an Börsen zu verlieren.

Holen Sie sich Crypto, garantiert

Es gibt heutzutage nicht viele aktive Faucets. Und Sie müssen ganz schön viel klicken, um etwas Geld zu bekommen. Es gibt jedoch das Coinbase-Earn-Programm, wo Sie tatsächlich zwischen 50 und 150 USD pro Jahr bekommen können. (Ja, ich bekomme auch hier eine geringe Provision.) Im Juni 2021 gibt es zum Beispiel den Gegenwert von 28 USD in Crypto-Tokens durch Ansehen von Informationsvideos über verschiedene Tokens.

Damit komme ich zum Abschluss des vierten Teils der Bitcoin-Blogbeitrags-Reihe. Im nächsten Beitrag werde ich Altcoins, also Kryptowährungen, die sich im einen oder anderen Detail vom Bitcoin-Protokoll unterscheiden, und andere alternative Anwendungsmöglichkeiten der Blockchain behandeln.

Bitcoin- und Altcoin-Faucets

Faucets sind Websites, auf denen großzügige (oder auch nicht so großzügige) Personen BTC weitergeben, wobei Sie meist als Gegenleistung einige Werbeeinschaltungen ansehen müssen. Meist müssen Sie auch Captchas lösen, um zu beweisen, dass Sie kein automatischer Bot sind. Außerdem laden diese Sites häufig Pop-up-Fenster mit manchmal fragwürdigen Inhalten, aber so rentieren sich diese Sites. (Ich empfehle eine gute Virenschutzsoftware!) Üblicherweise erhalten Sie auf diesen Faucet-Seiten nie mehr als ein paar Satoshis. Ein Satoshi ist 0,00000001 BTC, oder ein hundert Millionstel BTC, die kleinste Einheit, die der Algorithmus derzeit verarbeiten kann. Da die Mindestmenge einer BTC-Transaktion derzeit 5430 Satoshis beträgt (0,00005430 BTC), zahlen Faucets normalerweise an eine dritte Site aus, wo sich die Mikrozahlungen dann ansammeln, bis Ihre Faucet-Einzahlungen über der Mindesttransaktionsgrenze liegen. Wenn Sie diese Grenze erreicht haben, zahlen diese Mikrozahlungssites dann an Ihre Bitcoin-Adresse aus.

Bitcoin-Faucets

Im Folgenden finden Sie eine Liste mit mehr oder weniger vertrauenswürdigen Faucets (OK, Liste ist übertrieben):

Ja, hier gibt es Provisionen, denn diese Faucets erinnern ein bisschen an Schneeballsysteme … Ich habe jedoch auf diese Weise erfolgreich ein paar Satoshis angesammelt, und wenn Sie nur mit BTC herumspielen wollen, ist dies eine gute Möglichkeit, zu BTC zu kommen, ohne viel Geld in Mining-Computer zu investieren oder Ihr Geld an Börsen zu verlieren.

Holen Sie sich Crypto, garantiert

Es gibt heutzutage nicht viele aktive Faucets. Und Sie müssen ganz schön viel klicken, um etwas Geld zu bekommen. Es gibt jedoch das Coinbase-Earn-Programm, wo Sie tatsächlich zwischen 50 und 150 USD pro Jahr bekommen können. (Ja, ich bekomme auch hier eine geringe Provision.) Im Juni 2021 gibt es zum Beispiel den Gegenwert von 28 USD in Crypto-Tokens durch Ansehen von Informationsvideos über verschiedene Tokens.

Weitere Informationen zu Bitcoin erhalten Sie in meiner Blogbeitragsreihe:

Bitcoin Teil 3 – Hashes, Public-Key-Kryptosysteme „für Dummies“ und die Blockchain

Dies ist Teil 3 meiner Blog-Serie über Kryptogeld. Den ersten, einführenden Teil finden Sie hier. Der zweite Teil über das sogenannte Schürfen von Bitcoin ist hier zu finden.

Kurze Wiederholung – Bitcoin = direkte elektronische Transaktionen ohne Mittelsperson

Im ersten Teil habe ich die Hauptidee hinter dem Bitcoin-Protokoll erläutert, das elektronische Peer-to-Peer-Transaktionen ohne eine Mittelsperson ermöglicht. Kurz zusammengefasst funktioniert das Verfahren folgendermaßen:

  1. Ich besitze eine bestimmte Summe Bitcoin. Dies kann öffentlich überprüft werden, da jede Bitcoin-Transaktion seit der allerersten (dem sogenannten Genesis Block) in ein öffentliches Kassenbuch eingetragen wird, der Blockchain (vormals auch auf Deutsch Blockkette genannt). Deshalb kann ich nicht vorgeben, mehr zu besitzen, als ich habe.
  2. Ich kann dann eine bestimmte Bitcoin-Summe an einen Empfänger senden, und ich kann dabei nicht schummeln, da die Transaktion öffentlich an alle Knoten im Netzwerk übermittelt wird.
  3. Ich könnte natürlich gleichzeitig mehr Bitcoins versenden, als ich besitze, aber das Netzwerk entscheidet durch eine öffentliche Abstimmung (wobei tatsächlich ein kompliziertes mathematisches Problem gelöst wird), dem sogenannten Mining oder Schürfen, welche Transaktionen gültig sind und welche nicht.
  4. Die Transaktionen, die als gültig gewählt wurden, werden in die Blockchain eingetragen und sind endgültig. Und wenn mein nachweisliches Bitcoin-Guthaben erschöpft ist, kann ich nicht mehr ausgeben, als ich besitze, da jeder und jede das in der Blockchain nachprüfen kann.

Die zwei Schlüsselelemente im Bitcoin-Prozess sind das öffentliche Kassenbuch, die Blockchain und das Abstimmverfahren, das Schürfen (Mining), das im Wesentlichen daraus besteht, dass die Knoten des Bitcoin-Netzwerks ein komplexes mathematisches Problem lösen. Ich habe Mining im vorangegangenen Blog-Beitrag erläutert, den Sie hier finden. Sehen wir uns nun das Kassenbuch, die Blockchain genauer an.

Die Blockchain (vormals auch Blockkette)

Die Blockchain ist, wie schon mehrmals erwähnt, das öffentliche Kassenbuch mit allen Bitcoin-Transaktionen seit der ganz ersten Transaktion, dem Genesis-Block. Alle aktiven Knoten im Bitcoin-Netzwerk haben eine Kopie der Blockchain. Jedes Mal, wenn ein neuer Block via Schürfen entdeckt wird, wird er an die Blockchain angehängt, wie schon der Name andeutet. Die Blockchain ist also nichts anderes als eine sehr lange Liste mit Bitcoin-Transaktionen.

Grob umrissen und ohne Crypto-Lingo enthält ein Block die folgenden Hauptelementen (plus ein paar weitere, das sind aber hier nicht relevante technische Details):

  • Einen Zeitstempel
  • Einen Verweis auf den folgenden Block — deshalb die Bezeichnung „Kette“
  • Die Transaktionen, die mit diesem Block bestätigt und damit endgültig abgeschlossen und öffentlich bekanntgegeben werden
  • Das komplexe mathematische Problem, das von den Schürfern zur Auffindung des nächsten Blocks gelöst werden muss

Auf die Blockchain kann man öffentlich über eine lokale API, d. h. einen Bitcoin-Client, zugreifen, oder auch via Webbrowser auf Blockchain.info, wie unten abgebildet.

Blockchain.info

Blockchain.info

In der webbasierten API sehen Sie die Höhe der Kette, wie die Blocknummer genannt wird, das Alter (den Zeitstempel), die Anzahl und den Gesamtwert der gesendeten Transaktionen im jeweiligen Block, den Namen des Computers (oder Mining-Pools), der das jeweilige mathematische Problem gelöst hat (also den Block geschürft hat) und die Speichergröße des Blocks. Darunter ist links eine Liste der neuesten Transaktionen sowie ein Suchfeld rechts, wo Sie nach bestimmten Transaktionen suchen können, und ein News-Feed.

Wenn Sie auf einen bestimmten Block klicken (also auf die Nummer des Blocks in der Spalte „Höhe“), werden detaillierte Informationen über den Block und die Transaktionen darin angezeigt, wie in der Abbildung unten illustriert. Die folgenden Abbildungen stammen von der englischsprachigen Schnittstelle von Blockchain.info, die Schnittstelle ist jedoch auch auf Deutsch verfügbar. Wenn Sie auf die eingebettete Karte klicken, können Sie sogar sehen, woher die Transaktionen stammen. Die Karte ist jedoch mit Vorsicht zu interpretieren, da viele BTC-Benutzer aus den verschiedensten Gründen VPNs benutzen, um ihren tatsächlichen Standort zu verbergen.

Detailed block information

Detaillierte Block-Informationen

Wenn Sie weiter nach unten scrollen, wird eine Liste der Transaktionen angezeigt, wie unten illustriert. Alle Transaktionen sind für den Laien etwas ungewohnt mit einem sogenannten Hash-Wert nummeriert. Die erste Transaktion „647b…“ zeigt die Belohnung für den Miner, der den Block gefunden hat, in diesem Fall 25 BTC. Die Belohnung ist daran zu erkennen, dass es bei dieser Transaktion keinen Eingang gibt, d. h. die Bitcoins wurden geschürft.

Transactions in the block

Transaktionen im Block

Die anderen Transaktionen zeigen Ein- und Ausgänge sowie die BTC-Menge, die übermittelt wurde. Die Ein- und Ausgänge sind mit Bitcoin-Adressen gekennzeichnet, die ebenfalls in Form von Hash-Werten kodiert werden. Bitcoin-Adressen starten im Allgemeinen mit „1“, in manchen Fällen mit „3“. Die Adressen haben eine ähnliche Funktion wie Kontonummern, sind jedoch nicht mit fixen Kontonummern gleichzusetzen, die sich im Allgemeinen nicht ändern! Bevor ich jedoch die restlichen Eigenschaften der Blockchain erklären kann, muss ich zuerst die folgende Frage beantworten:

Wie werden diese komischen Adressen erzeugt, und was ist eigentlich ein Hash?

Hash-Funktionen

Als Hash bezeichnet man das Ergebnis einer Hash-Funktion. Hash-Funktionen sind mathematische Funktionen, die beliebig lange alphanumerische Eingaben in eine alphanumerische Ausgabe mit einer bestimmten Länge umwandeln. Nicht-Mathematiker, keine Angst, in diesem Beitrag gibt es so gut wie keine Formeln und Gleichungen.

Hash-Funktion

Nehmen wir die berühmte Phrase „To be, or not to be“ aus Shakespeares Hamlet als Eingabe in eine bestimmte Hash-Funktion, SHA-1. Wir erhalten die Ausgabe
03c6691ebdd161363457e3c73a8ed44186536cf9.

Nehmen wir nun an, dass Shakespeare und sein Lektor einen Disput über die richtige Interpunktion haben, und letzterer gibt „To be or not to be“ ohne Komma in SHA-1 ein. Das Ergebnis lautet nun
6025f94596c2445f0a776d9bac929829de3c948d.

Angenommen, Shakespeare wird ins 21 Jahrhundert gebeamt und tweetet „2B~not2B„. Die Ausgabe von SHA-1 lautet nun
5ed97a13c423c7abea25de49472f7043f156d31c.

Wie Sie sehen können, sind alle Hashes exakt gleich lang, unabhängig von der Länge der Eingabe. Außerdem sind alle Hashes sehr verschieden voneinander, auch wenn die Eingaben die gleiche Bedeutung haben, und auch wenn sich zwei der Eingaben nur in einem Komma voneinander unterscheiden.

Zusammengefasst haben Hash-Funktionen also die folgenden Eigenschaften:

  • Eine bestimmte Eingabe resultiert in einer bestimmten Ausgabe einer vorbestimmten Länge, die üblicherweise, jedoch nicht unbedingt, kürzer als die Eingabe ist.
  • Auch wenn die Eingabe nur leicht geändert wird, ändert sich die Ausgabe enorm.
  • Wenn die Hash-Funktion eine kryptografische ist, ist es darüber hinaus extrem schwer, wenn nicht praktisch unmöglich, die ursprüngliche Eingabe aus der Ausgabe zu rekonstruieren. Der Grad der Unmöglichkeit hängt von der jeweils eingesetzten Verschlüsselung ab.

Aufmerksame Leserinnen und Leser werden nun bemerkt haben, dass es möglich ist, dass mehrere verschiedene Eingaben die gleiche Ausgabe liefern, da die Eingaben im Allgemeinen viel länger als die Ausgaben sind, die ebenfalls aus den gleichen alphanumerischen Zeichen bestehen, das Ganze also keine eineindeutige Zuordnung ist. Wenn also mehrere Eingaben die gleiche Ausgabe liefern, kommt es zu einer Kollision. Im oben verwendeten Beispiel ist SHA-1 ein Algorithmus mit 160 Bits, d. h. mit 160 Stellen, die entweder 0 oder 1 sein können. Deshalb gibt es 2^160 oder mehr als 10^48 (eine 1 mit 48 Nullen) verschiedene Werte. Ohne hier zu sehr ins Detail zu gehen, sei gesagt, dass bei den meisten heute verwendeten Algorithmen eine Kollision sehr unwahrscheinlich ist.

Kehren wir nun zu den Bictoin-Transaktionen zurück, die wir uns weiter oben angesehen haben. Eine Bitcoin-Adresse dient also nur der Kennzeichnung des Senders und des Empfängers jeder Transaktion. Da jedoch alle Knoten Zugriff auf die Blockchain haben, kann jedermann und jederfrau sehen, wer wo wann wem wieviel Geld übermittelt hat. Wenn Sie dies zu sehr an Orwell’s 1984 erinnert, keine Sorge, Bitcoin hat ein gewisses Maß an Pseudonymität, wenn nicht gar Anonymität, eingebaut. Bevor ich jedoch genauer erklären kann, wie das funktioniert, muss ich ein weiteres Konzept aus der Kryptografie erklären, die asymmetrische Kryptografie, auch Public-Key-Kryptografie genannt.

Public-Key-Kryptografie oder Die Rückkehr der byzantinischen Generäle

Ja, die byzantinischen Generäle aus Teil 1 tauchen hier wieder auf, um asymmetrische Kryptosysteme zu erklären. Ich habe die folgende ausgezeichnete Erklärung von Panayotis Vryonis geborgt (und leicht abgeändert).

Nehmen wir an, es gibt einen byzantinischen General, der mit seinen Leutnants über einen geheimen Briefkasten kommuniziert. Da sich die Geschichte im Altertum abspielt, handelt es sich hierbei um einen echten, physischen Briefkasten mit einem physischen Schloss. Bei diesem Schloss handelt es sich um ein Spezialschloss mit 3 Positionen, A, B und C, wie in der Abbildung unten illustriert. Der Briefkasten ist in den Positionen A und C versperrt, in Position B kann er geöffnet werden.

Schloss mit 3 Positionen

Schloss mit 3 Positionen, A und C sind versperrt, B ist geöffnet.

Der General hat mehrere Spezialschlüssel für dieses Schloss, und zwar einen Satz identischer Schlüssel, die er unter seinen Leutnants verteilt, die sich nur nach links gegen den Uhrzeigersinn drehen lassen, also von C nach B nach A. Wir nennen diese Schlüssel öffentliche Schlüssel. Es gibt auch einen ganz besonderen Schlüssel, den der General selbst behält, der nur nach rechts im Uhrzeigersinn drehbar ist, von A nach B nach C, der private Schlüssel des Generals.

Byzantinischer Schlüssel

Byzantinischer Schlüssel

Wenn nun der General seinen Leutnants eine Nachricht hinterlassen will, schreibt er diese auf Pergament und sperrt sie mit seinem (privaten) Schlüssel in den Briefkasten, wobei er das Schloss ganz nach C dreht. Der nächste Leutnant, der vorbeikommt, sperrt den Briefkasten mit seinem (öffentlichen) Schlüssel auf, wobei er den Schlüssel gegen den Uhrzeigersinn in die geöffnete Position B dreht, um die Nachricht zu lesen. Dieser Leutnant ist aber ein Verschwörer, der den General stürzen will. Um seinen Plan umzusetzen, entwirft er eine eigene Nachricht, wobei er vorgibt, der General zu sein, und sperrt sie in den Briefkasten. Dabei dreht er den Schlüssel ganz nach links in Position A, da dies die einzige Richtung ist, in der sich der (öffentliche) Schlüssel drehen lässt. Dabei hat er die Schlauheit des Generals nicht bedacht, denn der Einzige, der nun den Briefkasten öffnen kann, ist der General selbst, da dieser den einzigen Schlüssel besitzt, der nach rechts drehbar ist. So kann der General sicherstellen, dass er der Einzige ist, der Nachrichten in den Briefkasten sperren kann, die von den Leutnants mit den öffentlichen Schlüsseln gelesen werden können. Auf diese Weise ist die Authentizität der Nachricht garantiert.

Genauso funktionieren auch Public-Key-Kryptoverfahren, nur sind hier die Schlüssel digital und nicht aus Bronze. Das oben beschriebene Verfahren wird auch als digitale Unterschrift bezeichnet, wobei die Asymmetrie zwischen öffentlichen und privaten Schlüsseln die Echtheit der Unterschrift garantiert.

Nochmals in Kurzform:

  1. Es wird ein eindeutiges Paar aus einem öffentlichen und einem privaten Schlüssel erstellt.
  2. Der öffentliche Schlüssel wird an alle Empfänger übermittelt.
  3. Der private Schlüssel bleibt geheim.
  4. Alle Nachrichten oder (im Fall von Bitcoin) Transaktionen werden mit dem privaten Schlüssel verschlüsselt, d.h. also virtuell in den obigen Briefkasten gesperrt.
  5. Die Nachricht wird dann an die Empfänger versandt.
  6. Die Nachricht (oder Transaktion) wird mit dem öffentlichen Schlüssel authentifiziert und entschlüsselt.
  7. Es ist (fast) unmöglich, ohne Kenntnis des privaten Schlüssels falsche Nachrichten (oder Transaktionen) zu versenden. Schwindler haben hier also das Nachsehen. (Mit ausreichend Computerleistung können natürlich alle bekannten Verschlüsselungsverfahren im Prinzip geknackt werden. Praktisch ist es jedoch so gut wie unmöglich, denn das würde mehr Computerleistung erfordern, als es derzeit auf dem gesamten Planeten gibt. Es sei denn, jemand erfindet endlich einen voll funktionsfähigen Quantencomputer.)

Warnung: Da für Bitcoin-Transaktionen private Schlüssel erforderlich sind, sollten Sie NIE Ihren privaten Schlüssel an andere weitergeben. Außerdem, falls Sie Ihren privaten Schlüssel verlieren, haben Sie ebenfalls Pech gehabt, denn alle mit diesem Schlüssel getätigten Transaktionen sind für immer verloren!

Die Blockchain – Teil 2

Sehen wir uns nochmals die Transaktionen von oben an:

Transactions in the block

Transaktionen im Block

Jede der gezeigten Adressen ist als Hash-Wert kodiert, der im Wesentlichen aus einem öffentlichen Schlüssel berechnet wird. Deshalb ist also jede Adresse mit einem privaten Schlüssel verknüpft, der im Allgemeinen vom jeweiligen Eigentümer bzw. der jeweiligen Eigentümerin in einer elektronischen Brieftasche, der „Wallet“, gespeichert wird. Mit einem privaten Schlüssel können Sie eine fast unbegrenzte Anzahl an öffentlichen Adressen erzeugen, wenn Sie wollen, eine neue Adresse für jede einzelne Transaktion. Der wesentliche Punkt hier ist, dass Sie keine Bitcoin-Adressen „besitzen“, Sie haben einen privaten Schlüssel, der mit einer großen Anzahl an öffentlichen Adressen assoziiert ist. Da alle Transaktionen öffentlich zugänglich sind, wird empfohlen, nicht für jede Transaktion die gleiche Adresse zu verwenden.

Sehen wir uns nun die zweite Transaktion, „7cdb…“ oben genauer an. Hier sendet die Adresse „1M4sn…“ 1,2 BTC an die Adresse „1A83Re…“. Was jedoch ist mit den 28,79999671 BTC, die im Bild oben in der gleichen Transaktion an die Adresse „18TLH…“ gesandt werden? Dies ist die BTC-Entsprechung von Wechselgeld. Bevor Sie nun komplett verwirrt werden, muss ich erklären, dass Bitcoins nicht als Münzen in Einheiten von BTC oder gar Satoshi (0,00000001 BTC oder ein hundert Millionstel BTC, die derzeit kleinste Einheit eines BTC) gespeichert werden. Bitcoins werden nirgendwo gespeichert. Es werden ausschließlich Transaktionen gespeichert, über die Blockchain. Wie wir oben gesehen haben, können die Transaktionen öffentlich von jedem und jeder eingesehen werden. Sehen wir uns diese Transaktion hier nun etwas genauer an. Die Details können durch Anklicken der Hash-Nummer der Transaktion angezeigt werden, wie in der Abbildung unten.

Bitcoin transaction detail

Detail einer Bitcoin-Transaktion

Nehmen wir an, Sie sind brandneu und fangen mit Bitcoin von Null an. Sie besorgen sich eine Wallet (siehe nächster Blogbeitrag), richten Ihren privaten Schlüssel ein und generieren eine oder mehrere Emfpangsadressen. Eine (sehr) großzügige Person sendet Ihnen 30 BTC. Nun haben Sie 30 BTC in Ihrer Geldbörse. Sie wollen nun 1,2 BTC an jemanden senden, in diesem Fall an die Adresse „1A83Re…“. Sie richten also die Transaktion ein, aber der Bitcoin-Algorithmus funktioniert nur mit ganzen Transaktionen, deshalb frisst der Algorithmus quasi die gesamten 30 BTC auf, senden 1,2 BTC an Adresse „1A83Re…“ und sendet das Wechselgeld von 28,8 BTC minus Mining-Gebühr (Transaktionsgebühr) 0,00000329 BTC, also 28,79999671 BTC wieder an Sie zurück, unter einer neuen Adresse „18TLH…“. Stellen Sie sich vor, Sie hätten 30 Euro in Ihrer Brieftasche, in Form eines 30-Euro-Scheins. Wenn Sie nun jemandem 1,2 Euro geben wollen, reißen Sie auch nicht 4 Prozent des Geldscheins herunter, sondern geben der Person den gesamten Schein und bekommen dementsprechend Wechselgeld zurück. Genau dies geschieht hier auch, Sie erhalten 28,79999671 BTC Wechselgeld, das in der Blockchain vermerkt wird.

Sie können diese 28,79999671 BTC oder einen Teil davon nun unter der in der Blockchain vermerkten Adresse „18TLH…“ versenden oder auch eine ganz neue Adresse erstellen und Ihre BTC unter dieser neuen Adresse versenden. Der Beweis, dass diese BTC Ihnen gehören, oder eigentlich, dass Sie der Empfänger der Transaktion sind — wie schon gesagt, Sie besitzen eigentlich keine Bitcoins, Sie besitzen nur Quittungen der Transaktionen — , erfolgt über die Adresse, die nur Sie mit Ihrem privaten Schlüssel erstellen können, und ihrer digitalen Unterschrift, die ebenfalls nur Sie mit Ihrem privaten Schlüssel erstellen können. Beide können von allen Knoten im Bitcoin-Netz mithilfe des öffentlichen Schlüssels, der zu Ihrem privaten Schlüssel passt, überprüft werden.

Die Bitcoin-Entwickler empfehlen die Verwendung einer neuen Adresse für jede Transaktion aus Anonymitätsgründen, aber das ist Ihnen überlassen. Bitte bedenken Sie, dass alle Transaktionen seit der ganz ersten Genesis-Transaktion öffentlich sichtbar sind. Es gibt viele legitime Gründe, warum Sie nicht alle Transaktionen öffentlich bekanntgeben möchten, auch wenn Sie keine Geldwäsche betreiben oder in sonstige dubiose Geschäfte verwickelt sind. Es ist mir zum Beispiel egal, ob die ganze Welt weiß, dass ich gerade Brokkoli beim Gemüsehändler gekauft habe. Ich will jedoch nicht, dass alle Fahrraddiebe der Umgebung genau über meinen letzten Fahrradkauf Bescheid wissen.

Wenn Ihnen nach Teilen 1, 2 und 3 dieser Beitragsreihe der Kopf brummt, keine Sorge, im Grunde ist die Sache nicht kompliziert. Die praktische Umsetzung ist mit Hash-Funktionen, Kryptoverfahren usw. einigermaßen verwirrend, die grundlegende Idee bleibt jedoch, dass Bitcoin das virtuelle Äquivalent von Bargeld darstellen will, wobei Verbrechern Diebstähle möglichst schwer gemacht werden sollen. Deshalb enthält der Algorithmus ein öffentliches Abstimmungssystem, Mining genannt, eine Überprüfung der Besitzverhältnisse durch Public-Key-Kryptoverfahren und eine gewisse Anonymität durch kryptografische Hash-Funktionen.

Im nächsten Beitrag werde ich mich praktischeren Dingen zuwenden und erklären, wie man nun eine elektronische Bitcoin-Brieftasche einrichtet und BTC sendet und empfängt. Wie jedoch schon mehrmals erwähnt, ist Kryptogeld mancherorts illegal, und an manchen Orten ändert sich die Rechtslage ständig, wie auch hier in Kalifornien. Deshalb stellt keine Aussage auf dieser Website und in diesem Blog-Beitrag eine rechtliche oder finanzielle Beratung dar, einfach deswegen, weil ich bereits vollzeitbeschäftigt bin und die Verfolgung der sich ständig ändernden Rechtslage mehr als eine Vollzeitbeschäftigung darstellen würde.